Formatreflexion
Formatspinne

Das Netzdiagramm der "Formatspinne" visualisiert die sich erweiternden Handlungsmöglichkeiten von zeitgemäßen Prüfungsformaten. Es soll dabei unterstützen, geplante oder durchgeführte Prüfungsformate zu reflektieren und darüber miteinander in den Austausch zu kommen.

In einer traditionellen Prüfungskultur sind die verschiedenen Dimensionen eines Prüfungsformats sehr eng definiert. So sind beispielsweise Raum und Zeit der Durchführung exakt vorgegeben. Dies geschieht in der Annahme, man könne so eine Vergleichbarkeit der Leistungen von Lernenden sicherstellen. In einer zeitgemäßen Prüfungskultur hat diese Prämisse ihre Plausibilität und Gültigkeit verloren. Nicht die Vergleichbarkeit von Leistungen, sondern die Förderung des Lernens steht stattdessen im Zentrum.

Zeitgemäße Prüfungsformate sind in der Regel offener angelegt, was sich in den erweiterten Flächen des Netzdiagramms visuell spiegelt. Beispielsweise können Raum und Zeit der Durchführung stärker entgrenzt, d.h. offener angelegt sein. Eng verknüpft mit zeitgemäßen Prüfungsformaten ist oftmals auch die Integration des Lernens in der Digitalität. Was aus Sicht einer traditionellen Prüfungskultur als Betrugsversuch und unlautere Informationsbeschaffung gilt, ist unter dem Vorzeichen einer zeitgemäßen Prüfungskultur eine legitime Handlungsmöglichkeit nicht mehr nur in Lern-, sondern auch in Prüfungssituationen:

Lern- und Prüfungsprozesse verschmelzen, zugunsten von Lernprozessen.

Weder die Öffnung der Prüfungskultur noch die Integration der digitalen Möglichkeiten sind Selbstzweck. Ziel ist nicht, möglichst "großflächige" Prüfungsformate zu entwickeln, in denen die Dimensionen umfangreich entgrenzt sind. Vielmehr ist das Ziel, die erweiterten Möglichkeiten für die konkrete Situation der Lernenden so einzusetzen, dass Lernen in Sinne einer nachhaltigen Bildungserfahrung wahrscheinlicher wird.